Konzerte | Kurse | Info | Kontakt

Symposium Stuttgart 2010
In Zusammenarbeit mit:


Staatliche Hochschule für Musik
und Darstellende Kunst
Stuttgart

Organisation:


Asamblea Mediterranea

Gefördert durch:


Stadt Stuttgart

Gefördert durch:


Allianz Kulturstiftung

Musik der Sepharden und der Ashkenazen

Jüdische Musik zwischen Tradition und Moderne

MusikerInnen, KomponistInnen und MusikwissenschaftlerInnen aus Deutschland und Israel bieten vom 11.06.2010 bis 13.06.2010 in Stuttgart im Rahmen von Konzerten, Workshops und einer Podiumsdiskussion Informationen und Konzerte für traditionelle und moderne jüdische Musik.

Die Veranstaltungen des Symposium Stuttgart 2010 finden teilweise in der evangelischen Johanneskirche, teilweise in der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst statt und fördern so in besonderer Weise den Dialog zwischen Juden und Christen.

Musik der Sepharden und der Ashkenazen

Innerhalb der jüdischen Welt gibt es vielerlei Spannungen zwischen Sepharden und Ashkenazen. Es ist der ewige Kampf zwischen Süd und Nord, warm und kühl, schwarz und weiß. Das Symposium Stuttgart 2010 zeigt nicht nur die Unterschiede zwischen diesen beiden jüdischen Kulturen auf, sondern auch, was sie vereint. Eine gemeinsame Sprache zu finden (in diesem Fall eine musikalische), die von beiden Partien verstanden wird, ist ein unverzichtbarer Schritt zu ihrer Versöhnung.

Das Symposium Stuttgart 2010 hat sich zur Aufgabe gemacht, die Musik der Sepharden aus der Vergessenheit zu holen und wieder ans Licht zu bringen. Das Symposium Stuttgart 2010 setzt sich für Verständigung und Frieden zwischen Kulturen und Religionen ein und möchte eine musikalische Brücke zwischen den Liedern der Sepharden und den Klezmer-Melodien der Ashkenazen bauen.

Als Christen für Juden komponierten

Das Symposium Stuttgart 2010 möchte auch Aspekte traditioneller jüdischer Musik in Stuttgart aufzeigen.

Im Jahr 1861 wurde die neue Stuttgarter Synagoge eingeweiht. Der damalige Direktor des Stuttgarter königlichen Konservatoriums, Immanuel Faisst, bekam als Nichtjude den Auftrag, für das jüdische Kirchenjahr eine Sammlung von liturgischen Stücken zu komponieren - in der Besetzung 4-stimmiger gemischter Chor, Vorsänger und Orgel.

Immanuel Faisst, der kurzzeitig zum Schülerkreis Mendelssohns in Berlin gehörte, erledigte seine Aufgabe mit Hingabe und Können im frühromantisch-schwäbischen Stil.

Immanuel Faisst und auch anderen nichtjüdischen Komponisten, die jüdisch-liturgische Musik komponierten, widmet sich das Konzert des Cantus Stuttgart. Die liturgische Funktion dieser Werke erläutert Georg Wötzer im Rahmen seines Seminars.

Neue Jüdische Musik

Dass zeitgenössische jüdische Musik weit entfernt sein kann von Klezmer, will das Konzert von Georg Wötzer mit dem Semadar Quartett, Ori Talmon (Klangregie) und Frank Wörner (Bariton) demonstrieren. Ausnahmslos werden neue Kompositionen aufgeführt, die entweder von in Deutschland lebenden Juden oder von nichtjüdischen Deutschen, deren Stück einen jüdischen Bezug hat, komponiert wurden. So stammt Gabriel Iranyi zwar aus Rumänien, lebt aber seit Jahrzehnten in Berlin. David Kosviner wurde in Südafrika geboren, hat bei Helmut Lachenmann studiert und ist in Stuttgart ‚hängen geblieben’. Ori Talmon kommt aus Tel Aviv und studiert an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Marco Stroppa Komposition. Georg Wötzer, der einzige Nichtjude, wurde in Stuttgart geboren, hat an der Musikhochschule Stuttgart studiert und unterrichtet auch dort. Allen Komponisten und Stücken gemeinsam ist, kompositionstechnische Avantgarde und jüdischen Bezug, offen oder unmerklich vorhanden, zu vereinbaren und – bei jedem Stück anders – die Katastrophe der Shoa künstlerisch zu bewältigen.